Fahrradhelm: Tipps für den Kauf

von | Jul 17, 2020 | Bike & Co. | 2 Kommentare

Zugegeben, eigentlich hätte ich das schon vor langer Zeit machen müssen. Aber immer wieder habe ich es aufgeschoben, mir einen Fahrradhelm zuzulegen. Ein Abstecher neulich ins Fahrradfachgeschäft schaffte meiner Helmlosigkeit Abhilfe. Die Beratung war einfach Klasse. Auch der Preis lag mit 59 Euro voll und ganz in meinem Budget. Die wichtigsten Tipps, die mir der Verkäufer bei der Helmauswahl mitgegeben hat, möchte ich euch nicht vorenthalten:

Tipp Nummer 1: Der Helm muss zum Fahrrad passen.

Gemeint damit ist nicht die Optik. Wollt ihr euch einen Fahrradhelm zulegen, wird euch der Verkäufer zuerst fragen, mit welchem Bike ihr unterwegs seid. Besitzt ihr ein Rennrad, kommen Modelle mit fest integrierter Sonnenblende nicht in Frage. Warum? Rennradfahrer sitzen gebeugt und den Kopf etwas nach unten geneigt auf dem Rad. Im Straßenverkehr verhindert die Blende, dass der Radfahrer alles im Blick hat und zum Beispiel Ampeln vollständig erkennt. Ohne Blende sind Rennradler sicherer unterwegs.

Tipp Nummer 2: Die richtige Größe für den Fahrradhelm wählen.

Die meisten Helme gibt es in mehreren Größen – etwa in 55 bis 56 Zentimeter, 57 bis 58 Zentimeter oder 57 bis 61 Zentimeter. Welche Größe die richtige für euch ist, findet ihr heraus, indem ihr euren Kopfumfang messt. Legt dafür einfach ein Maßband um den Kopf, lasst dabei circa eine Höhe von einem Zentimeter Abstand über den Augenbrauen und messt den Umfang. Seid ihr mit dem Bike auch bei kälteren Temperaturen unterwegs, müss ihr noch etwas Platz für eine Mütze zum Drunterziehen einrechnen.

Tipp Nummer 3: Den Helm richtig anprobieren.

Achtet darauf, dass ihr beim Aufprobieren zuerst alle Befestigungen löst. Dann setzt ihr den Helm so auf, dass die vordere untere Kante des Helmes relativ nah an eure Augenbrauen anliegt und der Helm waagerecht auf eurem Kopf sitzt. Schläfen, Stirn und Hinterkopf müssen vom Helm bedeckt sein. Jetzt stellt ihr den Helm am Rädchen hinten auf euren Kopfumfang ein. Der Verstellring mit dem Rädchen dran lässt sich übrigens in der Regel stufenweise nach oben und unten verschieben, so dass ihr ihn so platzieren könnt, dass der Helm gut sitzt. Achtet auch darauf, dass der Kinnriemen des Helms so anliegt, dass ihr noch zwei Finger Platz zwischen Riemen und Kinn habt. Sitzt der Riemen zu fest, stranguliert er euch womöglich bei einem Unfall. Der Helmverschluss sollte sicher und einfach einrasten, der Kinnriemen um das Ohr am besten ein Dreieck bilden. Im Video seht ihr, wie ihr den Helm richtig aufsetzt:

 

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Tipp Nummer 4: Der Helm muss gut sitzen.

Ob der Kopfschutz passt, erkennt ihr daran, dass er nicht auf eurem Kopf herumwackelt, auch nicht, wenn der Kinnverschluss offen ist. Neigt ihr euren Kopf gen Fußboden, bleibt der Helm da, wo er ist und fällt nicht herunter. Schon beim Anprobieren merkt ihr, ob sich der Helme gut tragen lässt. Vertraut auf euer Gefühl. Sitzt der Helm nicht so, wie ihr euch es wünscht, probiert ein anderes Modell. Die Hersteller orientieren sich an unterschiedlichen Schädelformen und setzten auf unterschiedliche Justierungs- und Verschlusssysteme. Probiert alles aus.

Tipp Nummer 5: Auf Prüfsiegel achten.

In Deutschland müssen Fahrradhelme die gesetzlichen Sicherheitsstandards erfüllen. Das gilt nicht nur für Marken-, sondern auch Discountprodukte. Billighelme sind also sicher. Von einer Fahrradexpertin erfahre ich allerdings, dass die ganz billigen Helme in der Regel mit Hilfe anderer Herstellungsverfahren und mit weniger Materialeinsatz hergestellt werden. Das könne dazu führen, dass sie weniger bequem zu tragen sind und bei einem Unfall nicht ganz so viel abkönnen wie Markenhelme. Anstelle eines Risses im Helm habe man dann halt mehrere drin.

Tipp Nummer 6: Auch preiswerte Helme sind sicher.

Ein guter Helm trägt das CE-Prüfzeichen mit der Europanorm DIN EN 1078. Auf der sicheren Seite seid ihr, wenn der Helm zusätzlich das GS-Siegel trägt. Das steht für „Geprüfte Sicherheit“ und garantiert, dass der TÜV die Produktion regelmäßig überprüft. Auch Testsiegel etwa vom ADAC oder der Stiftung Warentest sind ein gutes Zeichen.

Tipp Nummer 7: „Sieht doof aus“ ist keine Ausrede.

Falls ihr im Geschäft vor dem Spiegel steht und dem Verkäufer zu verstehen gebt, dass ihr ziemlich blöd mit Fahrradhelm ausseht, wird dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit mit starken Argumenten dagegenhalten – zum Beispiel damit, dass jeder mit Helm gleich komisch aussieht oder damit, dass man heutzutage ohne Helm viel mehr auffällt. Das wichtigste Argument für einen Helm, das ich gehört habe, ist allerdings folgendes: „Blöd siehst du nur aus, wenn du ohne Helm einen Unfall hast.“ Da stimme ich doch glatt zu.

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