10 Irrtümer rund ums Fahrradfahren

von | Jun 25, 2021 | Bike & Co. | 0 Kommentare

Radfahrer dürfen keine Hunde an der Leine führen, müssen den Radweg benutzen und können Stecklampen anstelle des Dynamos einsetzen: Das sind nur drei von zehn häufigen Irrtümern rund ums Fahrradfahren, mit denen wir hier in diesem Überblick aufräumen.

Irrtum 1: Nebeneinander Rad fahren ist verboten

Das stimmt so nicht. Zwar ist es meist sicherer, hintereinander zu fahren. Radfahrer dürfen aber durchaus nebeneinander fahren. Sie müssen lediglich darauf achten, dass sie die anderen Verkehrsteilnehmer nicht behindern. Grundsätzlich erlaubt ist Nebeneinanderfahren in Fahrradstraßen und auf der Straße, vorausgesetzt, die Radfahrenden sind in einer Gruppe von mindestens 16 Personen unterwegs.

Irrtum 2: Stecklichter ersetzen den Dynamo

Diese Aussage ist nur eingeschränkt richtig. Zwar haben Radfahrer und Radfahrerinnen nach § 67 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) inzwischen die Wahl, welche Energiequelle sie fürs Licht am Rad verwenden. Allerdings muss die Lichtmaschine eine Spannung von sechs Volt haben oder mit einer Batterie mit ebenso hoher Spannung oder einem wiederaufladbaren Energiespeicher ausgerüstet sein. Viele herkömmliche Steckleuchten erfüllen diese Voraussetzung nicht. Zudem sind am Fahrrad zwei Leuchten vorgeschrieben: Ein weißer Scheinwerfer, der nach vorne gerichtet ist, und eine Schlussleuchte mit rotem Licht. Eine Ausnahme besteht für Rennräder. Laut StVZO müssen Rennradfahrende die Fahrradbeleuchtung nebst dazugehöriger Batterie bei Tageslicht lediglich mitführen und nicht die ganze Zeit über fest am Fahrrad montiert haben. Obendrein darf der Scheinwerfer eines Rennrads auch eine niedrigere Spannung als sechs Volt aufweisen.

 

Fahrradfahrer auf Fahrradweg

Irrtum 3: Fahrradfahrer gehören auf den Radweg

Im Gegenteil. Zu ihrer eigenen Sicherheit sollten Radfahrer – sofern nicht anders ausgeschildert –  auf der Straße fahren. Hier können Autofahrer sie viel besser sehen. Den Radweg müssen Radfahrende nur befahren, wenn er durch ein blaues Radwegschild gekennzeichnet ist. Auch müssen sie einen ausgeschilderten Radweg nur dann benutzen, wenn dieser befahrbar und nicht etwa durch zerborstene Glasflaschen vermüllt oder durch Autos zugeparkt ist. Fahrräder mit Anhängern, die zu breit für den Radweg sind, dürfen jeder Zeit auf die Straße. Das Gleiche gilt für Lastenräder.

Irrtum 4: Musik hören auf dem Fahrrad ist verboten

Das ist falsch. Radfahrer dürfen beim Fahrradfahren sehr wohl Kopfhörer tragen und ihre Lieblingsmusik hören. Sie müssen lediglich sicherstellen, dass sie den Straßenverkehr ausreichend wahrnehmen. Die Musik darf also nicht so laut sein, dass sie Warnsignale wie Straßenbahnklingeln oder Martinshörner überhören. Gleiches gilt für Autofahrer. Auch sie dürfen nicht mit wummernden Lautsprechern durch die Gegend düsen. Laut § 23 der Straßenverkehrsordnung (StVO) müssen Fahrzeugfahrer unter anderem dafür sorgen, dass ihr „Gehör nicht durch (…) Geräte“ beeinträchtigt wird.

Irrtum 5: Gibt es rechts keinen Radweg, dürfen Radler auf den linken

Falsch. Für Radfahrer gilt das Rechtsfahrgebot, wie eben für alle anderen Verkehrsteilnehmer auch. Benutzen sie den Radweg auf der falschen Seite, gelten sie als Geisterfahrer, sind gefährlich und riskieren ein Bußgeld von 15 Euro. Einen Radweg auf der linken Seite dürfen Radfahrer nur befahren, wenn dies ein Schild anordnet. Ist das nicht der Fall, müssen sie auf der rechten Fahrbahnseite der Straße fahren, wenn es auf dieser Seite keinen Radweg gibt. Der Gehweg ist Tabu. Hier gehören nur Kinder bis zum Alter von zehn Jahren hin, es sei denn, der Weg ist durch ein Schild für Fußgänger sowie Radler freigegeben.

 

Hund an Leine beim Fahrradfahren

Irrtum 6: Radfahrer dürfen keine Hunde an der Leine Gassi führen

Irrtum. § 28 StVO sagt: „Von Fahrrädern aus dürfen nur Hunde geführt werden.“ Damit steht fest: Radfahrer dürfen keine Katzen, Pferde oder Hamster an der Leine durch die Gegend führen. Hunde sind erlaubt. Allerdings sollte die Leine nicht ums Handgelenk gewickelt oder am Lenkrad befestigt, sondern in der Hand halten werden. Allenfalls könnte es gefährlich werden, falls der Hund plötzlich losrennt.

Irrtum 7: Ohne Helm tragen Radfahrer Mitschuld an einem Unfall

Dieser Irrtum hält sich hartnäckig. Schließlich mindern manche Richter die Schadenersatzansprüche von Radfahrern, wenn die Kopfverletzung des Radlers durch das Tragen eines Helmes weniger schlimm ausgefallen wäre. Dennoch sagt das Gesetz ganz klar: In Deutschland müssen nur Fahrer von Krafträdern – also Mofa-, Moped- und Motorradfahrer – einen Schutzhelm tragen, Radfahrer nicht. Auch Fahrer von E-Bikes oder Pedelecs müssen keinen Helm tragen. Nur für die schnellen S-Pedelecs mit einer Motorunterstützung von bis zu 45 km/h besteht die Pflicht, einen typgeprüften Kraftrad-Helm zu tragen.

Irrtum 8: Wer alkoholisiert Fahrrad fährt, verliert seinen Führerschein

Das stimmt so nicht. Fest steht: Wer mit 1,6 Promille oder mehr im Blut mit dem Fahrrad unterwegs ist, begeht eine Straftat. Und auch schon mit einem weitaus geringeren Alkoholpegel können sich Radfahrer eine Strafanzeige einhandeln – zum Beispiel, wenn sie Schlangenlinien fahren, Verkehrsregeln missachten oder in einen Unfall verwickelt sind. Ab 1,6 Promille kann die Straßenverkehrsbehörde jedoch eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) – den sogenannten Idiotentest – anordnen und je nach Ergebnis den Führerschein einkassieren oder sogar ein unbefristetes Radfahrverbot aussprechen.

Irrtum 9: Auf dem Fahrrad mit dem Handy telefonieren ist erlaubt

Das ist nicht richtig. Einarmig lenken und mit dem Smartphone während der Fahrt telefonieren, ist nicht erlaubt. Wer von der Polizei erwischt wird, muss sogar mit einem Bußgeld von 55 Euro rechnen. Übrigens ist nicht nur das Telefonieren mit dem Handy in der Hand, sondern auch das Tippen von Nachrichten oder das Suchen von Musik nicht gestattet. Eine Ausnahme existiert allerdings: Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann eine Freisprechanlage, die fürs Fahrradfahren geeignet ist und nicht ablenkt, zum Telefonieren benutzen.

Irrtum 10: Jemanden auf dem Gepäckträger mitnehmen, ist verboten

Das stimmt nicht ganz. Zumindest, wenn der- oder diejenige nicht älter als sieben Jahre ist und eine entsprechende Sitzvorrichtung existiert, darf man die Person auf dem Gepäckträger mitnehmen. Wer älter ist, gehört nicht auf den Gepäckträger, der übrigens nur bis maximal 25 Kilogramm belastet werden darf. Schließlich wirkt sich das Gewicht auf die Fahreigenschaften des Rads aus.

Ausführliche Infos darüber, was mit dem Fahrrad erlaubt ist und was nicht, gibt der Bußgeldkatalog

Weitere Beiträge

Großbauer gesucht: Das assona-Sommerfest mal anders

Großbauer gesucht: Das assona-Sommerfest mal anders

Großbauer gesucht: Das assona-Sommerfest mal andersHeuballen rollen, Gummistiefel werfen und Schubkarren schieben: Beim diesjährigen Sommerfest haben wir uns alle ganz schön ins Zeug gelegt. Anders als in den vergangenen Jahren waren wir diesmal den ganzen Tag...

Im assona-Interview: Tobias aus der IT-Abteilung

Im assona-Interview: Tobias aus der IT-Abteilung

Im Interview: Tobias aus der ITTobias ist vor eineinhalb Jahren zu assona gekommen. Der 23-jährige Informatik-Student wohnt in Berlin-Charlottenburg in einer WG. Von dort hat er es nicht weit zu den Vorlesungen und Seminaren an der Technischen Universität. Etwas...

assona spendet der DRK Tagesgruppe Marzahn ein Hochbeet

assona spendet der DRK Tagesgruppe Marzahn ein Hochbeet

assona spendet der DRK Tagesgruppe Marzahn ein Hochbeet Bei strahlendem Sonnenschein haben wir unseren Spendenscheck an die Tagesgruppe des DRK in Marzahn übergeben. Leckere Erdbeeren, duftender Lavendel und scharfe Radieschen: Das und mehr wächst in dem...

Glas statt Plastikflaschen: Daraus trinkt das assona-Team

Glas statt Plastikflaschen: Daraus trinkt das assona-Team

Glas- statt Plastikflaschen: daraus trinkt das assona-TeamAuf jedem Schreibtisch steht neuerdings eine schicke Glasflasche.Unsere Office-Küchen sehen seit Kurzem anders aus: leerer. Statt gestapelten Wasserkisten ist da plötzlich Platz. Auf jedem Schreibtisch steht...

Weitere Beiträge

Großbauer gesucht: Das assona-Sommerfest mal anders

Großbauer gesucht: Das assona-Sommerfest mal anders

Großbauer gesucht: Das assona-Sommerfest mal andersHeuballen rollen, Gummistiefel werfen und Schubkarren schieben: Beim diesjährigen Sommerfest haben wir uns alle ganz schön ins Zeug gelegt. Anders als in den vergangenen Jahren waren wir diesmal den ganzen Tag...

Im assona-Interview: Tobias aus der IT-Abteilung

Im assona-Interview: Tobias aus der IT-Abteilung

Im Interview: Tobias aus der ITTobias ist vor eineinhalb Jahren zu assona gekommen. Der 23-jährige Informatik-Student wohnt in Berlin-Charlottenburg in einer WG. Von dort hat er es nicht weit zu den Vorlesungen und Seminaren an der Technischen Universität. Etwas...

assona spendet der DRK Tagesgruppe Marzahn ein Hochbeet

assona spendet der DRK Tagesgruppe Marzahn ein Hochbeet

assona spendet der DRK Tagesgruppe Marzahn ein Hochbeet Bei strahlendem Sonnenschein haben wir unseren Spendenscheck an die Tagesgruppe des DRK in Marzahn übergeben. Leckere Erdbeeren, duftender Lavendel und scharfe Radieschen: Das und mehr wächst in dem...

Glas statt Plastikflaschen: Daraus trinkt das assona-Team

Glas statt Plastikflaschen: Daraus trinkt das assona-Team

Glas- statt Plastikflaschen: daraus trinkt das assona-TeamAuf jedem Schreibtisch steht neuerdings eine schicke Glasflasche.Unsere Office-Küchen sehen seit Kurzem anders aus: leerer. Statt gestapelten Wasserkisten ist da plötzlich Platz. Auf jedem Schreibtisch steht...

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du hast die Möglichkeit, auch ein Pseudonym als Namen zu verwenden und deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Die von dir verfassten Kommentare erscheinen nicht sofort, sondern erst nach Prüfung und Freigabe durch unseren Administrator. Bitte beachte auch unsere Kommentarrichtlinien und unsere Datenschutzerklärung.