So funktioniert die betriebliche Altersvorsorge

Als Arbeitnehmer hast du Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge. Jeder Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, diese Art des Sparens für die Rente anzubieten. Auch assona bietet die bAV – so die betriebliche Altersvorsorge abgekürzt – an. Doch wie funktioniert das Ganze? Für wen lohnt sich die Betriebsrente? Und welche Modelle gibt es überhaupt? Dieser Ratgeber gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Welche bAV-Modelle gibt es?

Mit der betrieblichen Altersvorsorge sorgen Arbeitnehmer mit Hilfe des Chefs für das Alter vor. Die betriebliche Altersversorgung kann dabei vom Arbeitgeber, vom Arbeitnehmer oder von beiden finanziert werden. Hier ein Überblick über die unterschiedlichen bAV-Arten:

Direkt- oder Pensionszusage: Bei der Direkt- oder Pensionszusage gibt der Chef seiner Belegschaft die Zusage, dass er eine Betriebsrente aus dem Unternehmensvermögen zahlt und kümmert sich selbst um die Anlage des Geldes. Eigene Beiträge müssen die Angestellten hierbei nicht aufbringen. Bei der Direkt- oder Pensionszusage bleiben die Beiträge unbegrenzt steuerfrei. Meist ist es den Angestellten freigestellt, eigene Beiträge aus ihrem Bruttogehalt, sprich über die Entgeltumwandlung, beizusteuern. Das erhöht das finanzielle Polster im Rentenalter noch einmal.

Unterstützungskassen: Die sogenannten Unterstützungskassen funktionieren nach demselben Prinzip, sind aber selbständige Einrichtungen, die das Geld im Sinne des Arbeitgebers möglichst gewinnbringend anlegen. Bei dieser Form des Betriebssparens haben Arbeitnehmer die Möglichkeit, unbegrenzt steuerfreie Beiträge einzuzahlen.

Pensionsfonds: Erstmals seit dem 1. Januar 2002 gibt es als weiteren rechtlich selbständigen Durchführungsweg der bAV den Pensionsfonds. Wie bei der Direktversicherung können hier Beiträge innerhalb bestimmter Höchstgrenzen steuerfrei eingezahlt werden. Im Vergleich zu Direktversicherungen und zur Pensionskasse kann der Pensionsfonds sein Kapital allerdings freier am Markt anlegen.

Direktversicherung und Pensionskasse: Nicht zu verwechseln mit der Direkt- und der Pensionszusage sind Direktversicherung und Pensionskasse. Hier wird die betriebliche Altersversorgung häufig von den Arbeitnehmern finanziert und der Arbeitgeber überweist die Beiträge der Mitarbeiter an den jeweiligen Versicherer oder die Versorgungseinrichtung. Oft bieten solche Versicherer günstigere Tarife für die komplette Belegschaft an. Auf die eingezahlten Beiträge gibt es dann in der Regel eine garantierte Verzinsung. Auf die Direktversicherung greifen in der Regel Firmen zurück, die keinem Tarifvertrag angehören. Sie suchen sich einen großen Versicherer aus und nehmen ihm eine bestimmte Anzahl Verträge für die Belegschaft ab. Auf die Pensionskassen, die sich traditionell an bestimmte Berufsgruppen oder Branchen richten, setzen eher tarifgebundene Unternehmen.

Sozialpartnermodell: Seit 2018 gibt es zusätzlich zu den bisherigen fünf Möglichkeiten der bAV noch das Sozialpartnermodell im Rahmen von Tarifverträgen. Im Gegensatz zu den oben genannten Formen der Betriebsrente übernimmt der Arbeitgeber hier keine Haftung dafür, dass die Rente garantiert ist. Er sagt lediglich die Einzahlung in die betriebliche Altersvorsorge zu. Das bringt mehr Flexibilität darin, wie die Beiträge angelegt werden können.

Wer hat Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge?

Seit 2002 hat grundsätzlich jeder Arbeitnehmer, der in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist, einen Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge – zumindest auf die betriebliche Altersversorgung durch Entgeltumwandlung. Das heißt: Dem Arbeitnehmer steht es per Gesetz zu, einen Teil seines Gehalts oder Sonderzahlungen als Beiträge in eine betriebliche Altersversorgung einzuzahlen und sich somit eine Zusatzrente aufzubauen.

Folgende Personengruppen haben einen bAV-Anspruch:

  • Auszubildende
  • Teilzeitkräfte
  • Geringfügig Beschäftigte („Minijobber“)
  • Angestellte mit einem befristeten oder unbefristeten Arbeitsvertrag
  • Geschäftsführer

Arbeitgeber sind verpflichtet, dem Wunsch nach Entgeltumwandlung nachzukommen. Seit dem 1. Januar 2013 haben auch geringfügige Beschäftigte Anspruch auf Betriebsrente. Der Grund dafür: Auch Minijobs sind in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Allerdings können sich Arbeitnehmer schriftlich von dieser Pflicht befreien lassen.

Wie funktioniert die Entgeltumwandlung beim Betriebssparen?

Zahlst du Beiträge in die betriebliche Altersvorsorge ein, geschieht das über die sogenannte Entgeltumwandlung. Das heißt: Du bestreitest die Beiträge zur bAV nicht aus deinem Netto-, sondern aus dem Bruttoeinkommen. Das bietet den Vorteil, dass du ein niedrigeres Bruttoeinkommen versteuern musst, was zu weniger Steuern und Sozialabgaben etwa für die Krankenversicherung führt.

Beispiel für die Entgeltumwandlung

Ein Arbeitnehmer verdient 2.500 Euro brutto im Monat. Davon zahlt er 100 Euro per Entgelt­umwandlung in seine betriebliche Alters­vorsorge ein, was sein Brutto­gehalt auf 2.400 Euro sinken lässt. Er spart dadurch Steuern und Sozial­abgaben in Höhe von rund 48 Euro. Obwohl er also 100 Euro in die betriebliche Alters­vorsorge steckt, reduziert sich sein Netto­gehalt nur um rund 52 Euro.

Was hat es mit der Beitragsbemessungsgrenze auf sich

Die Beitragsbemessungsgrenze ist der maximale Bruttolohnbetrag, der bei der Erhebung der Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigt wird. Der darüberhinausgehende Teil des Bruttogehalts ist beitragsfrei. Anfang jeden Jahres steigt die Beitragsbemessungsgrenze. 2020 kletterte sie auf 82.800 Euro (West) bzw. 77.400 Euro (Ost), was direkte Auswirkungen auf die betriebliche Altersversorgung hat. Bis zu vier Prozent der jeweils aktuellen Beitragsbemessungsgrenze können Arbeitnehmer nämlich ohne Abzug von Sozialabgaben bzw. Steuern und weitere vier Prozent ohne Abzug von Steuern in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds investieren. 2020 erhöhte sich der maximale sozialabgabenfreie Anteil von 268 auf 276 Euro im Monat. Der steuerfreie Anteil stieg von 536 auf 552 Euro an. Bietet der Arbeitgeber zusätzlich eine Unterstützungskasse oder eine Direktzusage an, profitieren Arbeitnehmer von höheren steuer- und sozialabgabenfreien Förderbeträgen – steuerfrei sogar unbegrenzt.

Was ist eine Leistungszusage?

Bei der Betriebsrente in Form der Direkt- oder Pensionszusage können Arbeitgeber konkrete Zusagen an eine spätere Rentenhöhe machen. Sie können beispielsweise für jedes Jahr Betriebszugehörigkeit zehn Euro Rente versprechen oder einen bestimmten Prozentsatz des letzten Gehalts vor dem Renteneintritt. Derartige sogenannte Leistungszusagen waren in der Vergangenheit bei vielen großen und mittleren Unternehmen die Regel. Viele haben aufgrund dessen hohe Forderungen in ihren Bilanzen stehen und müssen dafür wegen der derzeitigen niedrigen Zinslage immer mehr Sicherheitspuffer einkalkulieren. Statt einer Zusage über die spätere Rentenhöhe sichern Unternehmen ihren Angestellten heute daher in der Regel bestimmte Beiträge mit einer Mindestverzinsung zu. Möglich ist es zum Beispiel, dass Firmen die Höhe ihrer Beiträge abhängig vom Unternehmensgewinn machen und versprechen, mindestens den Garantiezins der Lebensversicherer – 2020 liegt der bei 0,9 Prozent – zu erwirtschaften.

Kann ich das bAV-Modell selbst bestimmen?

Das geht leider nicht. Dein Arbeitgeber entscheidet, welche Art der Betriebsrente er anbietet. Gegebenenfalls legt er auch fest, mit welchem Anbieter er dafür zusammenarbeitet. Als Arbeitnehmer hast du hier also wenig bis kein Mitspracherecht. Möchtest du bei der Altersvorsorge mehr Entscheidungsspielraum, kannst du alternativ auf eine private Vorsorgeform setzen – zum Beispiel auf die geförderte Riester-Rente oder auf eine private Rentenversicherung.

Aufgepasst! Welche Form des Sparens die beste für dich ist, lässt sich am besten mit Hilfe eines Vorsorgeexperten herausfinden. Bei assona hast du die Möglichkeit, in einem individuellen Gespräch mit unserem Kooperationspartner, einem unabhängigen Makler, die unterschiedlichen Möglichkeiten zur bAV durchzugehen.

Welche Vorteile bietet die bAV?

Durch die betriebliche Altersvorsorge kannst du als Arbeitnehmer staatlich gefördert für den Ruhestand vorsorgen. Staatlich gefördert bedeutet hier: Du wirst in der Ansparphase entlastet und musst auf die Sparbeiträge zur bAV zu bestimmten Höchstgrenzen weder Steuern noch Sozialabgaben entrichten. Sparst du dagegen auf eine andere Art und Weise, machst du das mit bereits versteuertem Geld. Während Sparer bei den anderen staatlich geförderten Rentenmodellen „Riester“ und „Rürup“ die Förderung erst im Nachhinein über einen Antrag auf Zulagen oder Steuervorteile bekommen, erfolgt die Förderung bei der betrieblichen Altersvorsorge direkt mit der Lohnabrechnung.

Hat die bAV auch Nachteile?

Die monatliche Rente aus der betrieblichen Altersvorsorge beziehungsweise das Kapital daraus unterliegt abzüglich dem Grundfreibetrag – derzeit liegt dieser bei 159 Euro – in vollem Umfang der Steuerpflicht. Die Höhe der Abzüge hängt dabei vom individuellen Steuersatz des Sparers im Alter ab. Zusätzlich musst du für Leistungen aus der Betriebsrente, die über den Freibetrag von aktuell monatlich 159 Euro gehen, Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung in der Rentenphase abführen. Auch deine gesetzliche Rente wird durch die bAV etwas geringer ausfallen, weil du in der Ansparphase zur bAV weniger Sozialabgaben abführst und so weniger in die Rentenkasse einzahlst. In der Regel gleicht das Betriebssparen dieses Minus aber mehr als aus. Mehr dazu im nachfolgenden Punkt „Wann lohnt sich die bAV?„.

Wann lohnt sich die bAV?

Damit sich die betriebliche Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung lohnt, müssen Arbeitgeber etwas zur bAV beisteuern. Schließlich hat die betriebliche Rente Auswirkungen auf die gesetzliche. Denn Arbeitnehmer zahlen durch die Entgeltumwandlung auch weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein, wodurch sich die spätere Rente reduziert. Diese Differenz muss die betriebliche Altersvorsorge ausgleichen, damit sie sich für den Einzelnen rentiert.

Bei bAV-Verträgen durch Entgeltumwandlung, die seit 2019 geschlossen wurden, hat der Gesetzgeber schon dafür gesorgt, dass sich das Sparen über den Betrieb für Arbeitnehmer lohnt. Er hat Arbeitgeber dazu verpflichtet, 15 Prozent des umgewandelten Arbeitsentgelts zusätzlich als Arbeitgeberzuschuss an den Pensionsfonds, die Pensionskasse oder für die Direktversicherung zu erbringen – soweit die Entgeltumwandlung zur Einsparung von Sozialversicherungsbeiträgen führt. Diese 15 Prozent entsprechen in etwa der Summe, die das Unternehmen durch geringere Lohnnebenkosten aufgrund des niedrigen Bruttogehalts einspart. Sie reichen aus, damit die Betriebsrente nicht zum Minusgeschäft im Alter wird. Bei alten Verträgen gilt der Zuschuss ab 2022.

Aufgepasst! Manche Arbeitgeber geben mehr als die gesetzlich vorgeschriebenen 15 Prozent zum Betriebssparen dazu. Bei assona sind es zum Beispiel 20 Prozent. Damit rentiert sich die Entgelt­umwandlung noch mehr.

Was passiert, wenn der Versicherer die Betriebsrente nicht zahlen kann?

In solch einem Fall haftet der Arbeitgeber. Kann der Versicherer oder die Pensionskasse also die zugesicherte Rente nicht in der garantierten Höhe auszahlen, ist der Arbeitgeber in der Pflicht, Geld aus dem Vermögen des Unternehmens nachzuschießen.

Rechenbeispiel für die betriebliche Altersvorsorge

Nehmen wir zum Beispiel Manfred. Der 27-jährige Versicherungskaufmann wohnt in Berlin und bringt es auf ein Monatseinkommen von 2.600 Euro. Er hat die Steuerklasse 1, zahlt Kirchensteuer sowie Soli und hat keine Kinder. Sein Betriebsrentensparplan könnte bei unterschiedlich hohem Eigenanteil (90, 140 und 180 Euro) wie folgt aussehen:

Arbeitgeberbeitrag                                              Arbeitnehmerbeitrag

30 Euro                                                                90 Euro

40 Euro                                                               140 Euro

50 Euro                                                               180 Euro

Wie viel Steuern fallen auf die bAV an?

Auf die Sparbeiträge durch Entgeltumwandlung an eine Direktversicherung oder Pensionskasse musst du ‒ bis zu bestimmten Höchstgrenzen, die für Ost- und Westdeutschland gelten ‒ weder Steuern noch Sozialabgaben entrichten. Sparst du auf eine andere Art und Weise, machst du das mit bereits versteuertem Geld. Während Sparer bei den anderen staatlich geförderten Rentenmodellen „Riester“ und „Rürup“ die Förderung erst im Nachhinein über einen Antrag auf Zulagen und die Steuererklärung bekommen, erfolgt die Förderung bei der bAV direkt mit der Lohnabrechnung.

Was ist die Höchstgrenze bei der bAV durch Entgeltumwandlung?

Zahlen Sparer ihre bAV-Beiträge in eine Direktversicherung oder Pensionskasse ein, was bei den meisten Verträgen der Fall ist, bekommen sie finanzielle Unterstützung von oben: Bis zu 276 Euro im Monat bzw. 3.312 Euro im Jahr fördert der Staat im Jahr 2020. Auf Beiträge bis zu dieser Höhe zahlen Sparer keine Sozialabgaben. Steuerfrei sind sogar bis zu 552 Euro monatlich bzw. 6.624 Euro im Jahr Das sind also je 4 bzw. 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung West.

 

Was hat es mit den drei Säulen der Altersvorsorge auf sich?

In Deutschland existieren drei Säulen der Altersvorsorge: die Basisvorsorge, die geförderte Altersvorsorge und die ungeförderte Vorsorge. Hier ein Überblick:

Säule 1: Basisvorsorge

Zur ersten Säule, der Basisvorsorge, zählen die gesetzliche Rentenversicherung, die Rürup-Rente und berufsständische Versorgungswerke. Letztere Institutionen sichern Freiberufler wie Ärzte, Apotheker oder Notare ab.

Säule 2: Geförderte Vorsorge

Unter die zweite Säule, die geförderte Vorsorge, fallen zum Beispiel die betriebliche Altersvorsorge und die Riester-Rente.

Säule 3: Ungeförderte Vorsorge

In die dritte Säule, die ungeförderten Vorsorge, fallen beispielsweise private Lebens- oder Rentenversicherungen oder Fondssparpläne. Über die erste Säule sind fast alle Erwerbstätigen in Deutschland abgesichert. Zusätzlich in die Säulen zwei und drei für das Alter einzuzahlen, ist dagegen jedem selbst überlassen.        

Die Säule 0: Neben den offiziellen drei Säulen des Sparens für das Alter existiert die Säule 0. Hier können sich Sparer überlegen, flexibel ohne eine Lebens- oder Rentenversicherung für die Rente vorzusorgen. Das geht beispielsweise mit einem Sparplan auf börsengehandelte Aktien-Indexfonds, bei dem monatlich geringe Raten von 50 Euro oder 100 Euro in einen kostengünstigen Aktien-Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz ETF) eingezahlt werden. Alternativ lässt sich auch einmalig ein größerer Betrag in einen Aktienfonds oder ETF investieren. Auch interessant bei der Altersvorsorge sind Immobilien, insbesondere für jene Leute, die selbst darin wohnen.  

Gesetzliche Rente und betriebliche Altersvorsorge: Was ist zu beachten?

Tatsächlich hat das betriebliche Sparen für das Alter Auswirkungen auf die gesetzliche Rente. Schließlich zahlst du als Arbeitnehmer durch die Entgeltumwandlung auch weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Dadurch reduziert sich die spätere Rente. Diese Differenz muss die betriebliche Altersvorsorge erst einmal ausgleichen, bevor sie sich rentiert. Allerdings hat der Gesetzgeber dafür gesorgt, dass sich die betriebliche Altersvorsorge für Arbeitnehmer auszahlt. Seit 2018 sind Unternehmen dazu verpflichtet, 15 Prozent des umgewandelten Arbeitsentgelts zusätzlich als Arbeitgeberzuschuss an den Pensionsfonds, die Pensionskasse oder an die Direktversicherung zu erbringen – vorausgesetzt, die Entgeltumwandlung führt zur Einsparung von Sozialversicherungsbeiträgen. Bei alten Verträgen gilt der Zuschuss ab 2022.

Tipp: Willst du wissen, ob die betriebliche Altersvorsorge das Richtige für dich ist, lass dich am besten von einem unabhängigen Experten beraten. Bei assona organisieren wir dir ein kostenloses, ausführliches Gespräch mit einem solchen Experten.

Kann ich einen bestehenden bAV-Vertrag ins neue Unternehmen mitnehmen?

Das geht durchaus. Die angesparten Beiträge gehen bei einem Jobwechsel auch nicht verloren. Bei Pensionskassen, Pensionsfonds und Direktversicherungen haben Sparer grundsätzlich einen Anspruch darauf, das angesparte Kapital mitzunehmen. Will dein neuer Chef deinen alten Vertrag allerdings nicht weiterführen und stattdessen einen neuen Vertrag mit einem Anbieter seiner Wahl abschließen, entstehen für das Übertragen des Kapitals keine Gebühren. Die musst du als Arbeitnehmer zahlen. Alternativ hast du auch die Wahl, in die bisherige betriebliche Altersvorsorge privat weiter einzuzahlen. Dann gehen die Beiträge vom Nettoeinkommen ab. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Vertrag einfach beitragsfrei zu stellen.

Kann mein Anspruch auf Betriebsrente bei einem Jobwechsel verfallen?

Nein. Der Anspruch auf die spätere Auszahlung der eigenen, über die Entgeltumwandlung eingezahlten Beiträge verfällt nicht. Hat der bisherige Arbeitgeber allerdings zuvor mit in die betriebliche Altersvorsorge eingezahlt, verfallen die Ansprüche auf diesen Teil der bAV nur dann nicht, wenn der Sparer mindestens drei Jahre im Unternehmen angestellt war und 21 Jahre oder älter ist. Für vor 2018 vereinbarte bAV-Verträge gilt eine Frist von fünf Jahren Betriebszugehörigkeit und ein Mindestalter von 25 Jahren.

Was passiert bei einer Insolvenz des Arbeitgebers?

Geht der Arbeitgeber Pleite, gehen die Ansprüche auf die Betriebsrente nicht verloren. Je nachdem, wohin genau die Beiträge zuvor geflossen sind, zahlt die spätere Rente entweder der Lebensversicherer oder der Pensionssicherungsverein (PSV) aus. 

Wann kann ich mir die bAV auszahlen lassen?

Die Auszahlung ist frühestens ab dem vollendeten 60. Lebensjahr möglich, bei Vertragsabschluss ab 2012 erst ab dem 62. Geburtstag. Eine Ausnahme gibt es: Wenn Arbeitnehmer bereits vor diesem Zeitpunkt eine Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten wie es zum Beispiel bei Piloten der Fall ist.

Wie kann ich mir die bAV auszahlen lassen?

Manchmal ist es für die Lebensplanung eine bessere Alternative, sich die betriebliche Rente an einem Stück auszahlen zu lassen. Ist dies vertraglich vereinbart. Kannst du das auch tun und statt einer monatlichen Rentenzahlung eine einmalige Summe als Kapitalleistung wählen.

Wie hoch ist die Betriebsrente?

Wie hoch die Zahlungen aus der betriebliche Altersvorsorge am Ende ausfallen, richtet sich nach verschiedenen Faktoren – unter anderem danach, wie viel Arbeitnehmer von ihrem unversteuerten Bruttoeinkommen jeden Monat abzwacken und in die Betriebsrente stecken und zu welchen Konditionen sie in die betriebliche Altersvorsorge eingezahlt haben. Bei einer Auszahlung aus einer bAV müssen hiervon noch Krankenkassenbeiträge und Steuern abgeführt werden. Was die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung betrifft, werden alle bAV-Sparer seit 2020 entlastet. Sie müssen dann nur noch für den Teil ihrer Betriebsrente Beiträge zahlen, der über dem Freibetrag von monatlich 159 Euro liegt. Rentnerinnen und Rentner mit kleinen Betriebsrenten zahlen damit gar keine Beiträge mehr, für andere verringert sich der Beitragssatz deutlich. Konkret vorgerechnet heißt das: Wer im 169 Euro im Monat Betriebsrente bekommt, zahlt nur noch auf 10 Euro Kassenbeiträge. Auch wer eine höhere Betriebsrente bezieht, wird spürbar entlastet und spart rund 300 Euro jährlich. Bist du in der Rentenphase privat krankenversichert, zahlt du auf deine Rente aus der betrieblichen Altersvorsorge lediglich Steuern.

Lässt sich die bAV kündigen?

Eine betriebliche Altersvorsorge zu kündigen und sich die eingezahlten Beiträge rückerstatten zu lassen, ist sehr schwierig. Der Grund: Der Gesetzgeber sieht die Auszahlung der Betriebsrente im Rentenalter vor. Mitunter lassen Versicherer Ausnahmen zu. Allerdings gilt es zu bedenken, dass Einzahler in eine betriebliche Altersvorsorge steuerlich begünstigt werden. Kommt es schließlich zu einer Rückzahlung der Beiträge, müssen die gesparten Steuern und Sozialabgaben nachgezahlt werden. Die Rückzahlung fällt dann nur noch sehr gering aus. Im schlimmsten Fall übersteigt die Summe der Rückforderungen die Höhe der gezahlten Beiträge. Zur Kündigung gibt es allerdings Alternativen: Arbeitnehmer können die bAV zum Beispiel beitragsfrei stellen oder Beitragszahlungen aussetzen bzw. herunterschrauben.  

Was bleibt nach Steuern von der bAV übrig?

Die Rente, die im Ruhestand aus der betrieblichen Altersvorsorge gezahlt wird, ist zu 100 Prozent steuerpflichtig. Die Höhe der Steuern hängt vom individuellen Steuersatz des Sparers im Alter ab. Hier ein Beispiel:  Eine Rentnerin, die aus der bAV eine monatliche Rente von 200 Euro bekommt, erhöht ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen um 2.400 Euro.

Was passiert mit der bAV, wenn ich arbeitslos werde?

Solltest du arbeitslos werden, kannst du den Vertrag zur betrieblichen Altersvorsorge beitragsfrei stellen. Das ist bei den meisten Anbietern einfach und ohne Aufwand möglich. Findest du einen neuen Job, kannst du in der Regel den bisherigen Vertrag zum neuen Arbeitgeber mitnehmen. Ist das nicht möglich, wird das unverfallbare Guthaben beim ehemaligen Arbeitgeber eingefroren oder weiter verzinst – je nach Vertrag.

Habe ich auch schon in der Probezeit Anspruch auf bAV?

Das Gesetz schränkt den Anspruch auf die betriebliche Altersvorsorge nicht auf eine bestandene Probezeit ein.

Was passiert mit der bAV in der Elternzeit und im Mutterschutz?

Befinden sich Arbeitnehmer in Mutterschutz oder Elternzeit, bleibt der Anspruch auf Betriebsrente bestehen. In der Regel finanziert der Arbeitgeber die bAV in dieser Zeit allerdings nicht weiter. Hintergrund: Zwar erhalten Arbeitnehmer in der Elternzeit und im Mutterschutz weiterhin Zahlungen vom Arbeitgeber. Allerdings handelt es sich bei den Zahlungen nicht um Lohn oder Gehalt, sondern um Ersatzleistungen. Für die betriebliche Altersvorsorge muss jedoch eine Entgeltumwandlung stattfinden. Und da in der Elternzeit oder im Mutterschutz keine Arbeit geleistet wird, für die ein Entgelt gezahlt wird, kann der Arbeitgeber keine Beiträge für die betriebliche Altersversorgung entrichten. Unter bestimmten Bedingungen kann der Arbeitgeber die bAV dennoch bezuschussen: Etwa dann, wenn die Dauer der Elternzeit weniger als ein Jahr beträgt oder wenn vertraglich vereinbart wurde, dass die Beiträge für die betriebliche Altersvorsorge nur einmal im Jahr gezahlt werden.

Wird mir Hartz IV gekürzt, wenn ich in eine betriebliche Rente eingezahlt habe?

Nein. Die Ansprüche aus der bAV werden nicht beim Arbeitslosengeld II (Hartz IV) angerechnet. So bleibt die Betriebsrente unangetastet. Zum 1. Januar 2018 wurde ein Einkommensfreibetrag beim Bezug von Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung eingeführt.

Habe ich eine Wartezeit?

Das hängt von deinem Vertrag ab. Wartezeiten, also eine Mindestanzahl von Betriebsjahren als Voraussetzung für die Zahlung von Versorgungsleistungen aus der bAV, begrenzen das Risiko des Arbeitgebers, sind allerdings nicht gesetzlich geregelt. Wartezeiten können fünf, zehn oder zwanzig Jahre lang und auch so ausgestaltet sein, dass es nur dann eine Versorgungsleistung gibt, wenn der Arbeitnehmer bei Eintritt des Versorgungsfalls ein bestimmtes Mindestalter erreicht hat. Häufig vereinbaren Arbeitgeber derartige Fristen bzw. Grenzen in Pensionszusagen. Erfüllt der Arbeitnehmer die Wartezeit dann nicht, weil er zum Beispiel frühzeitig invalide wird, erhält er auch keine Leistung. Auch im Todesfalls erhalten Hinterbliebene keine Zahlungen aus der einst vereinbarten Betriebsrente.

Was passiert im Todesfall?

Auch das hängt von deinem bAV-Vertrag ab. Einige Verträge sehen einen Todesfallschutz vor. Stirbt der Versicherte, bekommen die Hinterbliebenen eine vereinbarte Summe ausgezahlt. Dazu zählen Ehegatten beziehungsweise Partner in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, die kindergeldberechtigten Kinder sowie Pflege- und Stiefkinder bis zu einem bestimmten Alter, namentlich benannte Lebenspartner einer nicht eingetragenen Lebenspartnerschaft und kindergeldberechtigte Enkelkinder im Haushalt bis zu einem bestimmten Alter.

Was hat es mit Opting-out bei der bAV auf sich?

Opting-out meint die automatische Entgeltumwandlung. Meistens ist die betriebliche Altersvorsorge in Unternehmen so gestaltet, dass sich Arbeitnehmer aktiv für den Abschluss eines bAV-Vertrages entscheiden müssen. Opting-out kehrt dieses System um: Alle Beschäftigten werden zur bAV zu einem festgelegten Zeitpunkt angemeldet. Nur wer aktiv widerspricht, nimmt nicht an der Entgeltumwandlung teil. Seit 2018 ist für die Anwendung des Opting-out-Modells grundsätzlich ein Tarifvertrag erforderlich. Nicht tarifgebundene Arbeitgeber können Opting-out in ihrer Betriebsvereinbarung festlegen.

Antworten mit Expertise 

Diesen Ratgeber haben wir gemeinsam mit Ado Lehne erstellt. Der Vorsorgeexperte ist Geschäftsführer bei der PS Wertschutz, einem Unternehmen mit Hauptsitz in Berlin, das seine Kunden seit über 25 Jahren in allen Fragen der betrieblichen Altersvorsorge, privaten Kranken- und Altersvorsorge sowie in der betrieblichen Gesundheitsvorsorge berät. Zur Website der PS Wertschutz.

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